Einschaltstrom (Inrush)

Stromspitze, die ein Transformator oder Motor im Augenblick des Zuschaltens aufnimmt, weit über dem Nennwert.

Beim Zuschalten eines unbelasteten Transformators kann sich der von der angelegten Spannung geforderte magnetische Fluss zu dem im Kern verbliebenen Restfluss addieren. Fallen beide zusammen, sättigt der Kern während der ersten Halbwellen und die Wicklung nimmt einen Strom auf, der das Acht- bis Zwölffache des Nennstroms erreichen kann.

Diese Spitze ist kein Fehler, hat aber Folgen: sie löst Schutzeinrichtungen aus, die sie nicht von einem Kurzschluss unterscheiden können, verursacht Spannungseinbrüche im Netz und setzt die Wicklung mechanischen Kräften aus, die sich Schaltung um Schaltung aufsummieren. Bei Motoren ist die Ursache eine andere — der stehende Läufer —, die Wirkung im Netz aber ähnlich.

Beherrscht wird sie auf mehrere Weisen: durch Entmagnetisieren des Kerns vor dem Zuschalten, durch Schließen des Leistungsschalters im günstigen Augenblick der Kurve mittels gesteuerten Schaltens oder durch einen Einschaltwiderstand. Differenzialschutz unterscheidet sie vom Fehler am Anteil der zweiten Oberschwingung, der beim Einschaltstrom hoch und beim Kurzschluss niedrig ist.

Geräte für diese Messung

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