Jedes Batterieladegerät, das instand gesetzt wird, sollte nach einem festen, schrittweisen Prüfablauf geprüft werden, der die Ursache oder die Ursachen des Ausfalls schnell erkennbar macht.
- a. Zunächst die Zugangsblende oder die Blenden des Ladegerätegehäuses abnehmen und alle Bauteile einer Sichtprüfung auf offensichtliche Mängel unterziehen, etwa durchgebrannte Gleichrichter, Transformatoren und Widerstände.
- b. Bei gegeneinander isolierten und nicht an die Batterie angeschlossenen Batterieklemmen die AC-Leitung an das Eingangsprüfgerät nach Abbildung 1-1 im Artikel Erforderliche Prüfgeräte für Batterieladegeräte anschließen und die Bedienelemente für den Ladebetrieb einstellen, indem Zeitschaltuhr und Netzschalter eingeschaltet werden. Während der Ladestufenschalter über jede Stufe gedreht wird, muss der Messwert des Voltmeters am Eingangsprüfgerät unter der Netzspannung liegen. Zeigt das Voltmeter null an, liegt ein Kurzschluss vor. Sinkt der Messwert des Voltmeters nicht unter die Netzspannung, ist der Primärkreis unterbrochen. Liegen weder Kurzschluss noch Unterbrechung vor, das Eingangsprüfgerät auf die volle Netzspannung stellen und Schritt c ausführen. Bei einem Kurzschluss zuerst die Gleichrichter prüfen oder abklemmen. Sind sie in Ordnung, mit Wahlschalter, Transformator und den weiteren Bauteilen fortfahren, bis das kurzgeschlossene Teil gefunden ist. Bei einer Unterbrechung zunächst Zeitschaltuhr und Netzschalter mit einer Drahtbrücke überbrücken. Ist der Kreis weiterhin unterbrochen, eine Prüfleitung nach Abbildung 1-1 im Artikel Erforderliche Prüfgeräte für Batterieladegeräte an die beiden Anschlüsse der Netzleitung legen, um Netzleitung und Stecker auf eine Unterbrechung zu prüfen.
- c. Die Batterieklemmen unter Beachtung der richtigen Polarität an die Batterie anschließen.
Entsteht beim Aufsetzen der Klemmen auf die Batterie ein starker Funke und ist der Gleichrichter nicht kurzgeschlossen, ist die Polarität der Klemmen erneut zu prüfen. Es kommt nicht selten vor, dass die Kabelklemmen von jemandem vertauscht wurden.
Die Polarität mit einem Gleichspannungs-Voltmeter an den Klemmen prüfen, bei eingeschaltetem, aber nicht an die Batterie angeschlossenem Ladegerät. Der Plusanschluss des Messgeräts entspricht dem Plusanschluss des Ladegerätausgangs. Ein kleiner Funke kann durch den Strom der Verpolungsschutzlampen oder durch einen sehr geringen Rückstrom über den Gleichrichter verursacht werden. Tritt keine Funkenbildung auf, die AC-Leitung einstecken und mit der Prüfung des Geräts fortfahren.
- d. Verfügt das Ladegerät über einen Lüftermotor, muss dieser laufen. Läuft er leise mit voller Drehzahl, genügen Reinigung und Ölung. Läuft er nicht, ist auf eine klemmende Welle, verbogene Flügel oder eine Unterbrechung in der Motorwicklung zu prüfen. Ein langsam laufender Motor benötigt möglicherweise nur Reinigung und Ölung. Hat die Welle zu viel Seitenspiel oder läuft sie geräuschvoll, ist der Lüftermotor zu ersetzen.
- e. Lädt das Gerät nicht, leitet der Gleichrichter einwandfrei und liegt am Transformator-Gleichrichter eine Gleichspannung an, so ist der Kreis zwischen Gleichrichtern und Batterien unterbrochen. DC-Leitungen, Klemmen, Magnetschalter, Schutzschalter, Amperemeter und ähnliche Bauteile einschließlich aller Verbindungen prüfen. Ist das Ladegerät mit einem Lichtmaschinenschutz ausgestattet und zeigt die Leuchte „Verpolung“ an, sind drei Punkte zu prüfen: (1) vertauschte Polarität der Batterieklemmen; (2) Unterbrechung im Gleichstromausgang, schlechter Klemmenkontakt, unterbrochenes (gebrochenes) Kabel, verbrannte Kontakte des Magnetschalters, unterbrochenes Amperemeter, ausgelöster Schutzschalter und Ähnliches; (3) durchgebrannte Sockellampe, etwa des Typs #313 oder #433, oder unterbrochener Sockelwiderstand.
- f. Bei Ladegeräten mit Schutzeinrichtung kann der Magnetschalter zwar hörbar „klicken“, aber verbrannte Kontakte haben, die den Gleichstromkreis nicht schließen können. Bei auf Ladebetrieb eingestelltem und eingeschaltetem Ladegerät eine kräftige Drahtbrücke über die beiden großen Anschlüsse des Magnetschalters legen und dabei das Amperemeter beobachten. Bewegt sich der Zeiger des Amperemeters merklich nach oben, ist der Magnetschalter zu ersetzen oder instand zu setzen. Magnetschalter können an den Leistungskontakten nur zeitweise Kontakt geben: In der Werkstatt arbeiten sie einwandfrei, doch nach dem Transport oder dem Rückversand zum Kunden kann sich die große Kupferscheibe im Inneren des Magnetschalters in eine schlechte Stellung drehen und beim Kunden nicht mehr zuverlässig arbeiten. Der Magnetschalter ist daher zu ersetzen oder instand zu setzen, wenn kein anderer Mangel gefunden wird, das Ladegerät aber nicht bei jedem Einschalten lädt.
Arbeitet der Magnetschalter nicht, was am fehlenden vertrauten „Klicken“ erkennbar ist, kommen mehrere weitere Ursachen in Betracht: eine unterbrochene Magnetspule, eine kurzgeschlossene Diode parallel zur Spule, wodurch die Ballastlampe heller als normal brennt, ein defekter Transistor oder eine durchgebrannte Kollektor- oder Ballastlampe (bzw. ein unterbrochener Widerstand).
- g. AC-Leitung und Stecker sowie DC-Leitungen und Klemmen von Hand auf warme oder heiße Stellen prüfen. Heiße Stellen deuten auf einen Bereich mit erhöhtem Widerstand hin, verursacht durch eine schlechte Verbindung oder ein teilweise gebrochenes Kabel; dies ist zu beheben. Bei Ladegeräten mit Anzeichen langer, harter Nutzung die Zugentlastungen entfernen, die Leitungen 2 bis 3 Zoll weiter in das Ladegerät hineinschieben und die Zugentlastungen wieder anbringen. Damit entsteht eine neue Biegestelle, was den weiteren störungsfreien Betrieb sichert und einen vorzeitigen Ausfall verhindert.