PRPD (phasenaufgelöstes Muster)

Diagramm, das jede Teilentladung an der Stelle der Spannungskurve einträgt, an der sie auftritt; seine Form nennt die Fehlerart.

Eine Zählung von Teilentladungen sagt, wie viele es sind und wie groß, aber nicht, was sie erzeugt. Das phasenaufgelöste Teilentladungsmuster, kurz PRPD, liefert die fehlende Information: es trägt jede Entladung nach ihrer Amplitude und nach dem Winkel der Spannungskurve ein, bei dem sie auftrat, über viele Perioden hinweg.

Die entstehende Punktwolke hat je nach Mechanismus eine charakteristische Form. Ein innerer Hohlraum ergibt zwei symmetrische Gruppen an den ansteigenden Flanken jeder Halbwelle; eine Oberflächenentladung ergibt asymmetrische, breitere Gruppen; eine metallische Spitze ergibt Entladungen, die sich auf eine Halbwelle konzentrieren; und ein freies Partikel ergibt ein zerstreutes Muster ohne klaren Phasenbezug.

Deshalb ist das PRPD ein Diagnose- und nicht bloß ein Nachweiswerkzeug: es erlaubt die Entscheidung, ob das Gesehene ein rasch fortschreitender Fehler ist — die Spitze — oder einer, der Beobachtung verträgt, und es trennt das echte Signal von äußeren Störungen, die nicht netzsynchron sind.

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