Schwefelhexafluorid ist ein farbloses, geruchloses und chemisch sehr stabiles Gas, dessen Durchschlagfestigkeit rund dreimal so hoch ist wie die von Luft bei gleichem Druck. Diese Eigenschaft erlaubt weit kompaktere Leistungsschalter und Schaltfelder als in Luft, und das Gas löscht zudem den Lichtbogen, der beim Öffnen der Kontakte entsteht.
SF6 zersetzt sich bei jeder Schalthandlung und durch Feuchtigkeit, die über Dichtungen und Durchführungen eindringt. Die Zersetzungsprodukte (SO2, HF, H2S) sind korrosiv und giftig, und Feuchtigkeit senkt die Stehspannung der Isolation. Der Gaszustand wird daher über drei Messgrößen überwacht: Reinheit, Feuchte als Taupunkt und SO2-Gehalt.
Es ist außerdem ein sehr wirksames Treibhausgas mit einem Treibhauspotenzial in der Größenordnung des 23.000-fachen von CO2, weshalb es bei jedem Eingriff zurückgewonnen und nicht abgelassen werden muss. Feldgeräte verbinden deshalb die Gasanalyse mit Rückgewinnung und Aufbereitung.